RatgeberStand: November 2026Lesezeit etwa 4 Minuten
Das Google-Profil Ihrer Praxis: Was Patienten sehen, bevor sie Ihre Website öffnen
Wer am Handy nach Ihrer Praxis sucht, sieht zuerst einen Kasten mit Adresse, Öffnungszeiten, Sternen und Fotos. Ihre Website kommt erst danach. Dieser Kasten ist Ihr Google-Unternehmensprofil, und es existiert auch dann, wenn Sie es nie angelegt haben.
Kurz gesagtDas Google-Profil ist oft das Erste, was Patienten und Bewerberinnen von Ihrer Praxis sehen. Es entscheidet mit, ob Sie in der Karte auftauchen. Und es füllt sich auch ohne Sie. Wer es bestätigt und pflegt, hat die Angaben selbst in der Hand.

Was ist das Google-Unternehmensprofil?
Der Eintrag Ihrer Praxis in der Google-Suche und in Google Maps. Er zeigt Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen, dazu Knöpfe zum Anrufen, zur Route und zu Ihrer Website.
Früher hieß das Profil Google My Business. Das Profil selbst ist kostenlos.
Für viele Patienten ist es die schnellste Antwort auf ihre Frage. Wer nur wissen will, ob Sie heute bis 18 Uhr da sind, sieht es dort und öffnet Ihre Website nie. Umso wichtiger ist, dass das, was dort steht, stimmt.
Wer bestimmt, was in Ihrem Profil steht?
Wenn Sie es nicht tun, tun es andere. Google stellt Profile auch aus Ihrer Website, aus Daten von Drittanbietern und aus Angaben von Nutzern zusammen.
Jeder kann für Ihre Praxis eine Änderung vorschlagen, etwa andere Öffnungszeiten. Patienten laden Fotos hoch. Ist Ihr eigenes Titelbild schwach oder fehlt es, zeigt Google unter Umständen eines dieser Fotos ganz oben. Dann ist das erste Bild Ihrer Praxis ein unscharfes Handyfoto aus dem Wartezimmer.

Erst wenn Ihr Profil bei Google bestätigt ist, können Sie die Angaben selbst bearbeiten und Vorschläge anderer prüfen.
Wovon hängt ab, ob Ihre Praxis in der Karte auftaucht?
Laut Google von drei Dingen: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Die Entfernung können Sie nicht ändern. Die anderen beiden schon.
Relevanz heißt: Passt Ihr Profil zu dem, was jemand sucht? Dafür braucht es die richtige Kategorie und vollständige Angaben. Google schreibt selbst, dass Unternehmen mit vollständigen und korrekten Informationen mit größerer Wahrscheinlichkeit angezeigt werden.1 Bestätigte Profile übrigens auch.
Bei der Kategorie gibt Google eine einfache Regel vor: Die Kategorie beschreibt, was Ihre Praxis ist, nicht, was sie hat. Eine Kieferorthopädie ist „Kieferorthopäde“, Aligner gehören zu den Leistungen. Der Name ist der Name auf Ihrem Praxisschild. Zusätze wie „Implantate Köln“ erlaubt Google nicht.2
Bekanntheit misst Google unter anderem daran, wie viele andere Websites auf Ihre Praxis verweisen und wie viele Bewertungen Sie haben. Wörtlich: „Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen Ihr Unternehmen erhält, desto besser kann das Ranking in lokalen Suchergebnissen ausfallen.“1
Warum Website und Profil dafür dieselben Angaben brauchen, steht im Artikel SEO, GEO, Keywords.
1 Google, Unternehmensprofil-Hilfe: „Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern“, abgerufen im Oktober 2026.
2 Google, Unternehmensprofil-Hilfe: „Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google“, abgerufen im Oktober 2026.
Wie wichtig sind Bewertungen?
Für Patienten und für Google. 55 Prozent der Internetnutzer lesen zumindest hin und wieder Online-Bewertungen, bevor sie eine Ärztin, einen Arzt oder eine medizinische Einrichtung wählen.3
Bewertungen kommen selten von allein. Die meisten zufriedenen Patienten denken schlicht nicht daran. Google bietet dafür einen Link und einen QR-Code an, die Sie weitergeben können, etwa am Empfang nach dem Termin.
3 Bitkom, repräsentative Umfrage unter 1.144 Personen ab 16 Jahren, veröffentlicht am 6. Februar 2023.
Was sehen Bewerberinnen in Ihrem Profil?
Dasselbe wie Patienten, nur mit einer anderen Frage im Kopf: Wie ist es, dort zu arbeiten?
Eine ZFA, die über einen Wechsel nachdenkt, schaut sich die Fotos an. Fotos von Team und Räumen zeigen ihr, wo sie arbeiten würde. Ein Foto der Hausfassade zeigt ihr das nicht.
Auch die Bewertungen liest sie mit, nur anders als ein Patient. Häufen sich Klagen, dass am Telefon niemand abnimmt, schließt sie daraus auf eine unterbesetzte Rezeption, die sie mit auffangen müsste.

Suchen Sie gerade jemanden, darf das auch im Profil stehen. Über Beiträge zeigen Sie dort Neuigkeiten, mit Foto und Link. Wer Ihre Praxis googelt, sieht dann direkt: Hier wird eine ZFA gesucht.
Was ich dafür mache
Das Google-Profil gehört bei mir zur Website dazu.
- Anlegen oder aufräumenGibt es noch kein Profil, lege ich es an. Gibt es eines, das niemand bestätigt hat, helfe ich Ihnen bei der Bestätigung. Danach bringe ich es auf den aktuellen Stand: Kategorie, Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos.
- Abgleich mit der WebsiteName, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten stimmen im Profil und auf der Website überein.
- Bewertungen auf der WebsiteIhre Google-Bewertungen binde ich in die Website ein.
Fragen
Ich habe keine Zeit, mich um das Profil zu kümmern. Lohnt es sich trotzdem?
Ja. Ist es einmal sauber eingerichtet, sind vor allem Änderungen nötig: Urlaub, Feiertage, neue Sprechzeiten. Was es bringt, sehen Sie im Profil selbst: Google zeigt dort, wie oft es aufgerufen wurde und wie viele Anrufe, Routen und Klicks auf Ihre Website darüber kamen.
Wie sehe ich, wie mein Profil heute aussieht?
Googeln Sie am Handy Ihren Praxisnamen und Ihren Ort. Lesen Sie, was erscheint, wie ein neuer Patient: Stimmen die Öffnungszeiten? Welches Foto sehen Sie zuerst?
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Zahnärztin und Gründerin von Enamel Solutions. Ich habe acht Jahre selbst behandelt und baue heute Websites für Zahnarztpraxen.
